Warum reißt der Gelbe Sack so leicht?

Die Gelben Säcke sind nicht gerade dafür bekannt, viel aushalten zu können. Das ärgert viele Verbraucher und oft wird es sogar zu einem Problem, wenn man die überempfindlichen Müllsäcke draußen am Straßenrand zur Abholung bereitstellt. Ein etwas stärkerer Windstoß oder gar ein neugieriger Waschbär können im schlimmsten Fall den ganzen Bürgersteig in ein wahres Schlachtfeld verwandeln. Doch wer ist schuld daran, dass die Gelben Säcke so fragil sind?

Dünnhäutigkeit beabsichtigt!

reißt der gelbe sack so leichtDer Grüner Punkt legt genau fest, wie der Gelbe Sack beschaffen sein muss. Dies beinhaltet das Aussehen, das Material, die Zugfestigkeit und eben auch die Materialstärke. Die Standardsäcke haben eine Stärke von 15 µm (Zum Vergleich: Die blauen Müllsäcke haben im Schnitt eine Stärke von 70 µm). Dass die Säcke so dünnhäutig sind, ist vom Grünen Punkt auch so gewollt. Auf www.meingruenerpunktblog.de wird der offizielle Grund dafür genannt. Ausschlaggebend soll wohl gewesen sein, dass stabilere Säcke den Verbraucher eher zu einer Zweckentfremdung verleiten lassen würden. Stattdessen ist der aktuelle Sack "perfekt" an seine Anforderungen angepasst worden. Er ist gerade nur so reißfest, dass er ausschließlich Verpackungsmüll und nichts anderes aushalten soll. So soll verhindert werden, dass falscher Müll, wie etwa Altkleidung oder Elektrogeräte in den Gelben Sack gelangen. Der Grüne Punkt nennt das in seinem Blog dann

Das Mini-Max-Prinzip: So wenig Sack wie nötig, für so viele Verpackungen wie möglich. Sie sollen Konservendosen, Getränkedosen, Joghurtbecher, Tuben und ähnliche Verpackungen aufnehmen – mehr aber auch nicht.

Ein Umweltschonendes Prinzip?

Viewarum reißt der gelbe sack so leichtlleicht mag jetzt der ein oder andere sagen: „Das ist doch eine tolle Idee. Die Ressourcen werden sparsam eingesetzt und die Umwelt wird dadurch auch geschont!". Das würde auch zutreffen, wenn doch die Realität nicht anders aussehen würde. Nicht selten werden kurzerhand einfach zwei Müllsäcke übereinander gestülpt, um sie dadurch stabiler zu machen. Andernfalls würden die Säcke reißen und der Müll verteilte sich auf der Straßen – und nicht jeder Mensch ist so gründlich und hebt alles wieder auf! Da muss dann jeder selber wissen, ob man sich lieber ein paar Gelbe Säcke oder aber die Mühe sparren möchte, um den zerstreuten Müll in der ganzen Nachbarschaft wieder einzusammeln.

Wer keine Lust mehr hat, sich mit viel zu dünnen Gelben Säcken herumzuschlagen, dem bleiben eigentlich nur folgende Optionen: Bei der Kommune Druck machen und die Stadtverwaltung dazu zu bewegen auf Gelbe Tonnen oder zumindest auf stabilere Säcke zu wechseln oder noch besser, und meiner Meinung nach die sinnvollste Lösung, die Wertstofftonne einzuführen. Wer jedoch nicht so lange warten möchte, bis die Politik tätig wird, kann so lange auch im Internet stabile Gelbe Säcke kaufen.