Gelbe Tonne versus Wertstofftonne

WertstofftonneSeit gut 25 Jahre werden Abfälle in Deutschland auf die Art und Weise getrennt, wie wir es heute noch kennen. Glas kommt in den Glascontainer, Pappe kommt in den Altpapiercontainer und Plastik gehört in die Gelbe Tonne. Das glaubt zumindest ein Großteil derer, die sich mal eben so mit Mülltrennung befasst haben.

Plastikabfälle in die Gelbe Tonne? Moment mal, das stimmt so nicht ganz. Tatsächlich dürfen über die Gelbe Tonne nur Verpackungsabfälle, die überwiegend aus Privathaushalte stammen, entsorgt werden. Wer schon mal Styropor entsorgen wollte, weiß wie kompliziert das Konzept der Mülltrennung ist. Wieso darf eine Fleischschale aus Styropor beispielsweise in den Gelben Sack aber Dämmplatten aus dem gleichen Stoff nicht?

Das Problem ist schon lange bekannt und hat auch einen Namen - „Intelligenter Fehlwurf“. Hierbei handelt es sich um Abfälle, die zwar vom Material her mit den anderen Abfällen aus der Gelben Tonne recyclebar wären, da sie aber vorher nicht als Verpackung genutzt wurden, gehörten sie dort nicht hinein.

Das liegt daran, dass für diese Art der Abfälle keine Gebühr vom Verbraucher an die dualen Systeme gezahlt wurde, wie es bei den Verpackungen der Fall ist. Jedes Produkt und jede Ware im Supermarkt, die verpackt ist, enthält im Kaufpreis eine kleine Gebühr für die Rückführung in die Kreislaufwirtschaft. Das trifft auf eine Styropordämmplatte jedoch nicht zu.

Das dieses System nur bedingt Umwelt und Ressourcen schont, wurde dem Gesetzgeber dann auch irgendwann bewusst. Abhilfe soll da die Wertstofftonne schaffen.

Die Wertstofftonne - Das gehört hinein

Bei der Wertstofftonne handelt es sich um ein Trennsystem bei dem zusätzlich zu den Leichtverpackungen auch sogenannte „stoffgleiche Nichtverpackungen“ entsorgt werden dürfen. So soll es möglich gemacht werden gängige Haushalts- und Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff und Metall mit den Verpackungsabfällen gemeinsam wiederzuverwerten. Zuvor wurden diese Gegenstände über die Restmülltonne entsorgt und dann auf Müllverbrennungsanlagen verbrannt.

In die Wertstofftonne kommen wie auch in die Gelbe Tonne Leichtverpackungen aus Kunststoff, Verbundstoffe und Metall. Außerdem dürfen auch Haushaltsgegenstände, wie zum Beispiel:

  • Eimer
  • Gießkanne
  • Blumentöpfe
  • Spielzeug
  • Werzeug
  • Schrauben/Nägel
  • Töpfe/Pfannen
  • Besteck
  • Armaturen

Diese Gegenstände gehören nicht in die Wertstofftonne:

  • Altkleider und Schuhe
  • Glas
  • Pappe
  • Elektrogeräte
  • Batterien
  • Boiabfälle
  • Holz

Wann kommt die Wertstofftonne?

Bis die Wertstofftonne deutschlandweit eingeführt wird, dauert es wohl noch etwas. Allerdings ist sie in einigen Kommunen zur Testzwecken bereits seit einigen Jahren im Einsatz. Wer jetzt aber glaubt, dass der klassische Gelbe Sack ausgedient hat, der wird womöglich enttäuscht werden. Denn ob die Wertstoffe tatsächlich in einer Wertstofftonne, einem Sack oder in Containern (ähnlich wie die Glas und Altpapiercontainer) entsorgt werden, entscheiden die Kommunen selbst.

Bei den Säcke ist allerdings zu erwarten, dass sie dann deutlich stabiler werden, da der Müll nicht mehr nur aus leichten Verpackungen bestünde, sondern noch wesentlich schwerere Gegenstände hinzukämen.