Verpackungsmüll entsteht jeden Tag: beim Einkaufen, durch Online-Bestellungen, Take-away-Essen, Getränkeflaschen, Versandkartons, Folien, Becher, Dosen und viele weitere Verpackungen. Viele dieser Verpackungen sind praktisch, schützen Produkte und erleichtern den Transport. Gleichzeitig verursachen sie große Mengen Abfall.
In Deutschland wird Verpackungsmüll über verschiedene Systeme gesammelt: Papier und Pappe gehören ins Altpapier, Glas in den Glascontainer, viele Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Verpackungsmüll entsteht, wie er richtig entsorgt wird und mit welchen einfachen Maßnahmen Sie Verpackungsabfälle im Alltag reduzieren können.
Was ist Verpackungsmüll?
Verpackungsmüll entsteht, wenn Verpackungen nach Gebrauch entsorgt werden. Verpackungen dienen dazu, Waren zu schützen, zu transportieren, zu lagern oder im Handel anzubieten. Sie bestehen zum Beispiel aus Papier, Pappe, Karton, Glas, Kunststoff, Metall, Holz oder Verbundmaterialien.
Typische Verpackungen sind:
- Joghurtbecher und Kunststoffschalen
- Folien, Tüten und Verpackungsbeutel
- Konservendosen und Getränkedosen
- Getränkekartons
- Glasflaschen und Schraubgläser
- Kartons und Versandverpackungen
- Styroporverpackungen
- Aluschalen und Aludeckel
Warum ist Verpackungsmüll ein Problem?
Verpackungen sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie schützen Lebensmittel vor Verderb, verhindern Transportschäden und machen viele Produkte überhaupt erst lager- und transportfähig. Problematisch wird es, wenn Verpackungen unnötig groß, schwer recycelbar, nur einmal nutzbar oder falsch entsorgt werden.
Besonders problematisch sind Verpackungen, die aus vielen verschiedenen Materialien bestehen. Je schwerer sich diese Materialien trennen lassen, desto schwieriger wird das Recycling.
Wie viel Verpackungsmüll fällt in Deutschland an?
Der Verpackungsverbrauch in Deutschland ist weiterhin hoch. Für das Jahr 2023 nennt das Umweltbundesamt ein Verpackungsaufkommen von 17,92 Millionen Tonnen. Gegenüber 2022 war das zwar ein Rückgang, die Gesamtmenge bleibt aber erheblich.
Am häufigsten wurden 2023 Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton eingesetzt. Danach folgten unter anderem Verpackungen aus Holz, Kunststoff und Glas.
Für Verbraucher bedeutet das: Verpackungsmüll ist kein Randthema. Schon kleine Veränderungen beim Einkauf, bei Online-Bestellungen und bei der Mülltrennung können im Alltag spürbar helfen.
Welche Arten von Verpackungen gibt es?
| Verpackungsart | Beispiele | Typische Entsorgung |
|---|---|---|
| Verkaufsverpackung | Joghurtbecher, Chipstüte, Konservendose | Gelber Sack, Gelbe Tonne, Glascontainer oder Altpapier |
| Transportverpackung | Kartons, Folien, Paletten, Füllmaterial | je nach Material und Herkunft |
| Umverpackung | zusätzliche Schachtel oder Folie um ein Produkt | je nach Material |
| Mehrwegverpackung | Mehrwegflasche, Mehrwegbox, Pfandkiste | Rückgabe statt Entsorgung |
| Serviceverpackung | Bäckertüte, Imbissschale, Coffee-to-go-Becher | je nach Material und Verschmutzung |
Verpackungsmüll richtig entsorgen
Die richtige Entsorgung hängt vom Material ab. Verpackungen sollten möglichst restentleert sein. Sie müssen normalerweise nicht aufwendig gespült werden, aber Essensreste und Flüssigkeiten sollten entfernt sein.
Gelber Sack oder Gelbe Tonne
In den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gehören restentleerte Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien. Dazu zählen Joghurtbecher, Folien, Kunststoffflaschen, Dosen, Aluschalen und Getränkekartons.
Eine ausführliche Übersicht finden Sie hier: Was kommt in den Gelben Sack?
Altpapier
Papier, Pappe und Karton gehören in die Papiertonne oder den Altpapiercontainer. Stark verschmutzte Pizzakartons oder fettige Verpackungen können je nach Zustand in den Restmüll gehören.
Mehr dazu: Papier richtig entsorgen
Altglas
Glasflaschen und Schraubgläser gehören nach Farben getrennt in den Glascontainer. Deckel dürfen meist mit in den Container oder können über den Gelben Sack entsorgt werden.
Mehr dazu: Glas richtig entsorgen
Restmüll
Stark verschmutzte Verpackungen, nicht verwertbare Verbundmaterialien oder Verpackungen mit problematischen Resten gehören je nach Kommune in den Restmüll. Bei Schadstoffen gelten besondere Regeln.
Was gehört in den Gelben Sack?
- Kunststoffverpackungen
- Folien und Tüten
- Joghurtbecher und Kunststoffschalen
- Konservendosen
- Aludeckel und Aluschalen
- Getränkekartons
- leere Verpackungen von Wasch- und Reinigungsmitteln
- Styropor, wenn es als Verpackung angefallen ist
Wichtig: Nicht alles aus Kunststoff gehört automatisch in den Gelben Sack. Kunststoffspielzeug, Zahnbürsten, Eimer oder Haushaltsgegenstände sind keine Verpackungen. In manchen Kommunen dürfen solche Gegenstände in die Wertstofftonne, aber nicht überall.
Warum Recycling nicht immer einfach ist
Verpackungen werden nach der Sammlung sortiert und je nach Material verwertet. Gut recycelbar sind Verpackungen, wenn sie aus möglichst wenigen Materialien bestehen, gut sortiert werden können und nicht stark verschmutzt sind.
Schwieriger wird es bei Verpackungen aus vielen Materialschichten, stark eingefärbten Kunststoffen, fest verklebten Bestandteilen oder stark verschmutzten Verpackungen. Deshalb sollen duale Systeme seit 2019 auch finanzielle Anreize setzen, damit Verpackungen recyclinggerechter gestaltet werden.
Verpackungsmüll vermeiden: Die besten Alltagstipps
Der beste Verpackungsmüll ist der, der gar nicht erst entsteht. Nicht jede Verpackung lässt sich vermeiden, aber viele Entscheidungen im Alltag machen einen Unterschied.
1. Mehrweg statt Einweg wählen
Mehrwegflaschen, Mehrwegboxen und wiederverwendbare Behälter reduzieren Verpackungsmüll deutlich, wenn sie regelmäßig genutzt werden. Besonders bei Getränken, Coffee-to-go oder Take-away kann Mehrweg sinnvoll sein.
2. Einkaufstaschen mehrfach nutzen
Stofftaschen, Körbe oder stabile Mehrwegtaschen helfen, Einwegtragetaschen zu vermeiden. Wichtig ist, dass sie wirklich häufig verwendet werden.

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3. Unverpackt oder lose kaufen
Obst und Gemüse müssen nicht immer zusätzlich verpackt sein. Wer lose Ware kauft und eigene Beutel nutzt, spart Folien, Schalen und Plastiknetze.
4. Großpackungen sinnvoll nutzen
Großpackungen können Verpackung sparen, wenn der Inhalt wirklich verbraucht wird. Werden Lebensmittel schlecht, ist der ökologische Vorteil schnell dahin.
5. Nachfüllpackungen verwenden
Bei Seife, Reinigungsmitteln oder Waschmitteln können Nachfüllpackungen Verpackungsmaterial reduzieren. Noch besser sind Nachfüllsysteme, bei denen vorhandene Behälter mehrfach genutzt werden.
6. Online-Bestellungen bündeln
Viele kleine Einzelbestellungen verursachen mehr Versandkartons, Füllmaterial und Transportaufwand. Wer Bestellungen bündelt, kann Verpackungsmüll reduzieren.
7. Eigene Vorratsdosen nutzen
Vorratsdosen helfen, Lebensmittel länger aufzubewahren und angebrochene Verpackungen besser zu organisieren. Sie können außerdem beim Einkauf oder bei Resten vom Essen nützlich sein, wenn der Anbieter das erlaubt.

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Verpackungsmüll im Onlinehandel
Online-Bestellungen verursachen häufig Versandkartons, Füllmaterial, Papierpolster, Luftpolsterfolie oder Styropor. Nicht jede Verpackung ist vermeidbar, aber oft gibt es Einsparpotenzial.
Praktisch sind Händler, die passende Kartongrößen verwenden, auf unnötige Umverpackungen verzichten oder recycelbares Füllmaterial einsetzen. Als Verbraucher können Sie Bestellungen bündeln und Kartons wiederverwenden, wenn sie noch stabil sind.
Verpackungsmüll bei Lebensmitteln
Lebensmittelverpackungen haben eine wichtige Schutzfunktion. Sie können verhindern, dass Lebensmittel beschädigt werden oder schneller verderben. Trotzdem gibt es viele Fälle, in denen Verpackung unnötig ist oder reduziert werden kann.
Besonders leicht lässt sich Verpackungsmüll reduzieren bei:
- Obst und Gemüse
- Brot und Backwaren
- Getränken
- Reinigungsmitteln
- Trockenwaren wie Nudeln, Reis oder Müsli
- Take-away und Coffee-to-go
Häufige Fehler bei Verpackungsmüll
Verpackungen ineinander stapeln
Joghurtbecher, Dosen oder Schalen sollten nicht fest ineinander gesteckt werden. Sortieranlagen können Materialien dann schlechter erkennen und trennen.
Halbvolle Verpackungen entsorgen
Verpackungen sollten restentleert sein. Flüssigkeiten und Essensreste gehören nicht in den Gelben Sack.
Papier in den Gelben Sack werfen
Papier und Pappe gehören in die Papiertonne. Ausnahmen sind Verbundverpackungen wie Getränkekartons.
Alles aus Plastik in den Gelben Sack geben
Kunststoffgegenstände sind nicht automatisch Verpackungen. Je nach Region gehören sie in Restmüll, Wertstofftonne oder Wertstoffhof.
Was können Hersteller besser machen?
Auch Hersteller haben großen Einfluss auf Verpackungsmüll. Verpackungen können so gestaltet werden, dass sie weniger Material benötigen, besser recycelbar sind und mehr Rezyklat enthalten.
Wichtige Punkte sind:
- weniger Materialeinsatz
- Verzicht auf unnötige Umverpackungen
- bessere Recyclingfähigkeit
- weniger Materialmix
- mehr Mehrweg- und Nachfüllsysteme
- klarere Entsorgungshinweise auf Verpackungen
Häufige Fragen zu Verpackungsmüll
Was zählt als Verpackungsmüll?
Verpackungsmüll sind Verpackungen, die nach Gebrauch entsorgt werden. Dazu zählen zum Beispiel Kartons, Folien, Becher, Dosen, Flaschen, Schalen und Verbundverpackungen.
Welche Verpackungen gehören in den Gelben Sack?
In den Gelben Sack gehören restentleerte Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien. Papier, Pappe und Glas werden getrennt gesammelt.
Müssen Verpackungen ausgespült werden?
Nein, normalerweise reicht restentleert. Verpackungen sollten aber nicht halbvoll oder stark verschmutzt entsorgt werden.
Ist Glas besser als Plastik?
Das hängt vom Einzelfall ab. Mehrwegglas kann sinnvoll sein, Einwegglas ist jedoch schwer und verursacht beim Transport mehr Aufwand. Entscheidend sind Nutzung, Transportweg und Wiederverwendung.
Was ist besser: Einweg oder Mehrweg?
Mehrweg ist häufig sinnvoll, wenn Verpackungen oft wiederverwendet werden und Transportwege nicht unnötig lang sind. Einwegverpackungen verursachen meist mehr Abfall.
Wie kann ich Verpackungsmüll schnell reduzieren?
Nutzen Sie Mehrwegtaschen, kaufen Sie loses Obst und Gemüse, vermeiden Sie unnötige Einzelverpackungen, bündeln Sie Online-Bestellungen und verwenden Sie Nachfüllpackungen oder Mehrwegbehälter.
Fazit: Verpackungsmüll lässt sich nicht komplett vermeiden, aber deutlich reduzieren
Verpackungen erfüllen wichtige Aufgaben, verursachen aber große Abfallmengen. Deshalb ist es sinnvoll, Verpackungsmüll dort zu vermeiden, wo es einfach möglich ist, und unvermeidbare Verpackungen richtig zu trennen.
Für den Alltag gilt: Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien gehören meist in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Papier und Pappe gehören ins Altpapier, Glas in den Glascontainer. Noch besser ist es, Mehrweg zu nutzen, Verpackungen zu vermeiden und Produkte mit recyclingfreundlicher Verpackung zu bevorzugen.
Weitere passende Ratgeber:
- Gelber Sack: Alles Wichtige auf einen Blick
- Was kommt in den Gelben Sack?
- Der Grüne Punkt
- Duales System Deutschland
- Gelbe Tonne versus Wertstofftonne
- Glas entsorgen
- Papier entsorgen
